Nun ist es so weit: Die Mieterinnen und Mieter der Albert-Einstein-Straße bekommen einen neuen Spielplatz. Endlich werden im Rostocker Süden nicht nur Anlagen zurückgebaut! Danke dazu an die WIRO, die es möglich gemacht haben. Der Weg zum neuen Spielplatz kostete einen langen Atem. Ich möchte mit diesem Artikel jenen unter euch Mut machen, die sich für ein ähnliches Projekt einsetzen wollen.

Ausgangslage
Grundsätzlich gilt, dass die großen Spielplätze in den Stadtteilen in kommunaler Hand sind: Anlagen auf öffentlichen Plätzen – wie beispielsweise der neue Mehrgenerationenspielplatz im Kringelgraben – werden durch die Stadtverwaltung geplant und sind für die gesamte Bevölkerung da. Anders sieht es bei Angeboten im direkten Wohnumfeld aus: Diese Flächen gehören den jeweiligen Vermietern und sollen den unmittelbaren Bedarf der Mieter decken.

In der Einsteinstraße war es nun so, dass die Mieterinnen und Mieter jahrelang keinen vernünftigen Spielplatz in Reichweite hatten. Interessanterweise gestand dies auch das Spielplatzkonzept Rostock zu. Es bestand also definitiv Handlungsbedarf, den die Anwohner mitunter durch den Kauf mobiler Plastikspielgeräte aus dem Baumarkt zu decken versuchten.

Im April 2018 schrieb mich dann ein Anwohner an und bat um Unterstützung des Ortsbeirates Südstadt in der Sache.

Was getan werden musste…

Sofort nach Kenntnisnahme schrieb ich den zuständigen Senatsbereich und den Mieterservice der WIRO an. Letztere antwortete relativ schnell mit folgendem Schreiben:

“Wir haben uns die Anfrage zu unserer Wohnanlage im Quartier Erich-Schlesinger-Straße/Albert-Einstein-Straße angesehen. Im unmittelbaren Bereich hatten wir auf einer Fläche einen Kleinkinderspielplatz, der aufgrund mangelnder Nutzung zurückgebaut wurde. […] Die Anfrage der privaten Initiative zur Einrichtung eines Spielplatzes kennen wir nicht und müssten diese aber auch aus sicherheitsrelevanten Aspekten ablehnen. Als Grundstückseigentümer haften wir und werden aus diesem Grund keinen privaten Spielplatz einrichten lassen. Wir werden aber, wenn die Mieter Bedarf anmelden, einen Spielplatz für Kleinkinder einrichten.”

Wichtig war der letzte Satz: Der Beweis zum Bedarf musste her! Daher zogen die Anwohner los, sammelten Unterschriften und meldeten sich auch selbst nochmal beim Wohnungsanbieter. Nichtmal einen Monat später fand im Juni 2018 sogar schon eine Begehung statt, in der die Anwohner ihre Vorschläge für einen neuen Spielplatz vorstellen konnten.

Und dann … herrschte erstmal Funkstille. Es musste intern geplant werden, Fristen für Ausschreibungen eingehalten werden und schwupp, war es 2019. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass die lange Wartezeit für etwas Frust sorgte. Ständige Wechsel der AnsprechpartnerInnen waren dabei auch nicht gerade hilfreich. Es war dann März 2019, als man wieder was zu den Planungen hörte und genauere Absprachen wegen den Spielgeräten losgingen.

Baubeginn war der 12.11.2019 – Also locker eineinhalb Jahre nachdem wir gemeinsam das Projekt angingen. Soweit bekannt, soll der Spielplatz aber noch in diesem Jahr fertig werden und wird sogar ziemlich groß und abwechslungsreich.

Was lernen wir daraus?

Kommunale, ja regionale, Projekte und Ideen brauchen “etwas” Zeit. Doch es lohnt sich (fast) immer, gemeinsam am Ball zu bleiben. Leider ist vieles nicht innerhalb von Monaten zu lösen, was bei vielen Beteiligten für Frust und Enttäuschung sorgt. Daher: Wendet euch an die zuständigen Ortsbeiräte und sucht Unterstützer für eure Sache. In den Gremien gibt es viele Menschen, die euch helfen wollen und werden!

Dankenswerterweise zeigte sich die WIRO gegenüber den Vorschlägen sehr aufgeschlossen, was ich an dieser Stelle nochmal ausdrücklich hervorheben möchte. Dies ist bei anderen Wohnungsanbietern und Fällen leider nicht immer der Fall.

Sobald der Spielplatz fertig ist, aktualisieren wir den Beitrag mit ein paar Bildern 😉