Und täglich grüßt das Murmeltier! Anlässlich eines NNN-Artikels möchte ich euch hiermit einmal den Stand zur Sanierung der Ziolkowski zusammenfassen. Immerhin zieht sich die Diskussion zu der Frage schon über Jahrzehnte.

Was fest steht:

Die Planungen zur Sanierung der Straße sind bezahlt und abgeschlossen. Dies unterscheidet die Ziolkowski-Straße deutlich von anderen Straßensanierungen der Hansestadt. Auf der Septembersitzung des Ortsbeirates Südstadt 2019 wurde das Konzept vorgestellt und mit den Anwohnerinnen und Anwohnern diskutiert. Dies war kein Entwurf mehr, sondern umfasste Details wie Bordsteinhöhen und Temposchwellen an den Kreuzungen, Parkplatzzahlen oder auch Fahrradpoller.

Auf derselben Sitzung wurde verkündet, dass die Planungen zwar abgeschlossen sind, aber trotzdem nicht gebaut wird. Ihr erinnert euch vielleicht noch an das Hin- und Her-Geschiebe des „Schwarzen Peters“. Im Kern ging es darum, dass der Finanzsenator dem Verkehrsamt mit Blick auf eine vernünftige Haushaltsplanung nur noch jene Gelder zubilligt, welche dieses in den letzten Jahren realistisch verbaut bekommen hat. Keine Luftschlösser mehr und keine leeren Versprechungen also. Leider hat das Amt dann gleich als Erstes die Ziolkowski fallen gelassen.

Wie es weitergeht:

Im Zuge der Haushaltsverhandlungen stellt die Hansestadt Rostock eine mittelfristige Finanzplanung auf. Diese könnt ihr im Kommunalen Sitzungsdienst in der Textrecherche schnell raussuchen. Einfach 0581 für die Vorlage 2019/IV/0581 eingeben und in die Anlagen schauen. Auf den Seiten 37 und 47 findet ihr dann die relevanten Informationen.

Laut mittelfristiger Finanzplanung sind die Hauptkosten für den ERSTEN Bauabschnitt von jeweils 1,5 Mio.€ für die Jahre 2024 und 2025 geplant. Wohlgemerkt der erste Bauabschnitt: Da die Straße mit ihren Nebenstraßen nicht komplett für die Sanierung gesperrt werden kann, wird ähnlich der Einsteinstraße in einzelnen Abschnitten erneuert.

Für die weiteren Bauabschnitte wurden noch keine Ausgaben in die mittelfristige Finanzplanung eingestellt. Auch die Erneuerung der Seitenstraßen (Mendelejew, Kurt-Tucholsky, Weinert und Majakowski) sind nicht Gegenstand der Planungen.

Wie die Diskussion läuft:

Gegenüber der NNN sprach ich deutlich aus, was viele Anwohnerinnen und Anwohner denken: Das ständige Schieben und Aufteilen der Sanierungsmaßnahmen ist nicht mehr vermittelbar. Erst mit dem Rollen der ersten Bagger in der Straße glaube ich daran, dass 2024 wirklich der Baustart ist. Es mag etwas fatalistisch klingen, aber eine weitere Verschiebung der Maßnahme würde mich nicht wundern. Immerhin reden wir hier von mindestens fünf weiteren Jahren des Wartens. Wer weiß, ob die eigentlich abgeschlossenen Planungen dann noch nutzbar sind oder nicht auch nochmal neu aufgelegt werden müssen…

Immer wieder wird vom zuständigen Amt und einigen politischen Vertretern das Argument bemüht, dass eine Sanierung der Straße nach Abschluss aller Wohnungsbaumaßnahmen doch logisch und konsequent sei. Immerhin würden doch die schweren Maschinen sonst die neue Straße beschädigen. Auch an dieser Stelle in aller Klarheit: Das Argument ist Blödsinn und zwar aus vielen Gründen:

  1. Überall in der Stadt wird gebaut. Zwar verdreckt natürlich die Fahrbahn im Umfeld der Baustellen, aber die Straßen sind dann keinesfalls per se zerstört.
  2. Es werden Wohngebäude gebaut und keine Mega-Bauten, die riesiges Gerät benötigen. Damit erreichen die Maschinen auch nur jene Größe, die man von allen anderen Baumaßnahmen kennt.
  3. Die Zulieferung der Baustelle erfolgt über die Nobelstraße und den Südring. Die gleichen Baufahrzeuge fahren somit auch über jene Straßen. Eigenartigerweise gibt es dort aber keine Bedenken für eine Abnutzung.
  4. Der Netto soll einem Wohnungsbau weichen. Wenn für diese Maßnahme mit der Sanierung gewartet wird, verschiebt sich die Sanierung nochmals.

Fazit:

Die Sanierung der Ziolkowski-Straße ist ein komplexes Thema, zugegeben.

Gegen eine Schiebung des Baubeginns kann der Ortsbeirat Südstadt nur wenig tun. Und in der Rostocker Bürgerschaft sehe ich aktuell keine Mehrheit, um das Vorhaben durchzudrücken. Ich werde im neuen Jahr trotzdem mit meiner Fraktion sprechen, wie wir den politischen Druck verstärken können. In der nächsten Sitzung des Ortsbeirates Südstadt am 09. Januar 2020 ab 18 Uhr wird die WG Schifffahrt-Hafen die Planungen zum Wohnungsbau in der Straße vorstellen. Diese organisiert federführend die Baumaßnahmen zwischen den Hochhäusern.