Antrag “Unterstützung der Stadtteilmagazine” – ABGELEHNT am 04.12.

Es gibt sie überall in der Hansestadt Rostock und sie werden aufgrund ihres regionalen Bezugs sehr gern gelesen: Die Stadtteilmagazine bzw. Info-Projekte zum jeweiligen Stadtteil. Wie so oft, leben diese Projekte vom Engagement ihrer Unterstützer. Mit viel Herzblut suchen die (überwiegend) ehrenamtlichen Redakteure nach Geschichten und Themen in den Stadtteilen und bringen sie dann der Bevölkerung näher.

Leider ist es aktuell so, dass jedes Projekt mehr oder minder für sich kämpft. Daher muss sich auch jeder Träger selbst um die Finanzierung kümmern. Werbeeinnahmen und Spenden sammeln sich dabei nicht von selbst, weshalb die Suche nach einer Finanzierungsquelle immer mehr Zeit bindet. Zeit, die dann leider für die inhaltliche Arbeit fehlt.

Zusätzlich hat spätestens das Jahr 2019 hat gezeigt, dass selbst etablierte Stadtteilmagazine in finanziell schwere Fahrwasser kommen können: Die Ortsbeiräte aus der Südstadt und Biestow unterstützten jeweils eine Ausgabe des Südsterns, um dessen Erscheinen sicherzustellen.

Fakt ist: Wir wollen die Stadtteilmagazine nicht mit Werbung überfrachtet sehen und lesen lieber inhaltliche Beiträge!

Fakt ist auch: Die Stadtteilmagazine brauchen eine langfristige Planungssicherheit, damit ihre Mitstreiter Zeit für die inhaltliche Arbeit haben!

Daher habe ich meinen ersten Antrag an die Rostocker Bürgerschaft geschrieben, der genau das fordert:
1. Ein grundsätzliches Bekenntnis der Bürgerschaft zur nachbarschaftlichen Berichterstattung
2. Der Prüfung, in wie weit der städtische Haushalt eine Finanzierung der Nachbarschaftsmagazine sichern bzw. unterstützen kann.
3. Der Unterstützung zur Gründung neuer Stadtteilmagazine in jenen Bereichen, wo es diese noch nicht gibt.
4. Eine Deadline bis zur Umsetzung: März 2020.

Hier findet ihr den Link zum ursprünglichen Antrag.

Dieser Beitrag wird fortlaufend aktualisiert. Sobald der Antrag in den Ausschüssen oder der Bürgerschaft beraten wurde, stellen wir euch die neusten Informationen rein.

Nachtrag: Sitzung vom Stadtentwicklungsausschuss
Der Ausschuss hat den Antrag am 14.11. diskutiert. Die gute Nachricht zu erst: Das Votum ist positiv ausgefallen und der Ausschuss gibt die Empfehlung zur Zustimmung. Allerdings lief die Diskussion sehr hitzig. Die Argumente reichten von “zu unkonkret” über “dafür sind die OBR-Etats da” bis hin zu “die Stadtteilmagazine liest doch eh keiner”. Schlussendlich konnte aber eine Mehrheit der Ausschussmitglieder überzeugt werden. Der Antrag wird somit auf der nächsten Sitzung der Rostocker Bürgerschaft am 04.12. auf die Tagesordnung gesetzt. Dort werde ich nochmal sehr deutlich machen, dass eine Finanzierung durch die Ortsbeiratsetats NICHT der ursprüngliche Gedanke bei deren Einführung war und dass SEHR WOHL eine Menge Leute die Stadtteilmagazine annehmen.

Update: Die Bürgerschaft stimmte mit einer Mehrheit aus CDU und Grünen gegen den Antrag. Das Thema ist damit leider vom Tisch. Im Podcast erfahrt ihr die Hintergründe.

2 Gedanken zu „Antrag “Unterstützung der Stadtteilmagazine” – ABGELEHNT am 04.12.

  • November 12, 2019 um 10:37 am
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    Hallo Stefan,

    ich begrüße das sehr und werde das in unserer nächsten Sitzung morgen im OBR Biestow thematisieren. Gut, dass Du nicht von Stadtteilzeitungen, sondern von Magazinen sprichst. Es gibt neben den Printmedien auch andere Möglichkeiten. in Toitenwinkel haben wir z.B. das monatliche Video-Magazin “Toitenwinkler Augenzeuge” entwickelt, welches dann bei roktv oder auf meinem Stadtteilbürokanal bei youtube läuft. Also – ich bin dafür, solche Stadtteilaktivitäten mit dem Fokus Berichte zum Stadtteilleben in den verschiedensten Varianten zu unterstützen.

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    • November 12, 2019 um 2:50 pm
      Permalink

      Moin Jens,
      in der Tat habe ich eine Weile überlegt, wie man das nun eigentlich sinnig formulieren kann. Im ersten Schritt habe ich unsere OBR-Mitglieder gebeten, dass sie mal stadtweit die Angebote benennen => Man fällt echt vor Überraschung vom Stuhl, was es alles für unterschiedliche Formate gibt. Das alles aufzuzeigen wäre eigentlich mal ein Blog-Beitrag wert 😉

      Antwort

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