Sperrung Radtunnel in der Schwaaner Landstraße

Eines vorweg: Die Intransparenz zur Sperrung und zum Ausbau des Fuß- und Radweges an der Schwaaner Landsraße sucht Seinesgleichen und ich habe dies in den Jahren im Ortsbeirat Südstadt noch nicht erlebt. Die Recherche wurde zu einer detektivischen Arbeit und die einzelnen Bruchstücke kamen äußerst zeitversetzt und widersprüchlich zueinander.

Denn so relevant die bis zu siebenwöchige Sperrung des Fuß- und Radtunnels an der Schwaaner Landstraße auch ist – Im Ortsbeirat Südstadt war dies fast nie Thema. Ja weiter: Auch in anderen Gremien der Stadt wurde das Projekt nur rudimentär behandelt und findet sich nicht in den geplanten Bau- und Sanierungsmaßnahmen, die im Geoport Rostock öffentlich einsehbar sind.

Ein Blick in die Geschichte der Unterführung lässt aufhorchen: 15 Jahre lang suchte die Hansestadt gemeinsam mit DIE BAHN nach einem geeignetem Standort für eine neue Unterführung, die den Rostocker Süden mit dem Zentrum besser verbinden sollte. Doch kaum war die Eröffnungszeremonie 2008 erledigt, klagte DIE BAHN gegen die Stadt. Denn diese hätte ein Drittel der Baukosten übernehmen müssen. Zehn Jahre später war die Treppenanlage bereits verschlissen und musste ausgebessert werden. Wie so oft bewahrheitete sich hier: Wer billig kauft oder nur ausbessert, zahlt zweimal. Und dies ist nun nochmal drei Jahre später der Fall.

Ursprünglich sollte der Tunnel ab dem 21.06.2021 komplett gesperrt werden. Wenige Tage vor Baubeginn wurde dann der 05.07.2021 an Start angegeben. Und kaum hatte ich über meinen Blog darüber berichtet und auch der Südstern das Thema aufgenommen, kam aus dem Amt die Info, dass es nun doch erst im August oder September losgehen soll. Die Materialien zur Treppenkonstellation sind hierbei das Hauptproblem, weil sie derzeit kaum verfügbar sind. Die erste Terminschiebung resultierte aber aus der Tatsache, dass es Verzögerungen in der Auftragsvergabe gab.

Auch neue Wände soll es geben…

Immerhin soll die Sanierung nun richtig gemacht werden: Es erfolgt eine grundhafte Sanierung der Treppenkonstruktion auf der Nordseite, inkl. einer Aufbereitung des Bodens. Die Tunnelentwässerung wird erneuert, sämtliche Betonwände ertüchtigt und mit einer Anti-Graffiti-Beschichtung versehen. Der Zeitpunkt der Sanierung scheint sich dabei an dem grundhaften Ausbau der Herweghstr. zu orientieren, denn dieser ist für die Jahre 2022 und 2023 vorgesehen.

Aufgrund der Enge des Tunnels und der komplett neuen Treppenanlage am Ausgang in Richtung Innenstadt (Herwegstr.) muss der Tunnel zwangsläufig voll gesperrt werden – Eine Teilsperrung, die eine Nutzung während der Umbaumaßnahmen ermöglichen würde, ist leider keine Option. Für die ursprüngliche Sperrzeit während der Sommerferien wäre dies zwar ein Ärgernis gewesen, aber noch vertretbar. Dies ändert sich allerdings erheblich, wenn die über sieben Wochen laufende Sperrung während der Schulzeit erfolgen soll.

Im Ortsbeirat Südstadt wurde die Sperrung auf der letzten Sitzung nur zufällig als Kurzbericht der Ortsamtsleiterin bekannt. Damit konnte der Ortsbeirat weder frühzeitig über die Planungen informieren, noch sich mit konstruktiven Vorschlägen in Selbige einbringen. Durch die nun erheblichen Verzögerungen und (m)einiger renitenter Nachfragen, hat sich das Amt nun aber doch entschieden, die Maßnahme in der August-Sitzung des Ortsbeirates Südstadt vorzustellen – Anlass für euch und auch mich, nochmal sehr genau hinzuschauen und deutlich zu machen, wo der Schuh drückt.


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