Der Kesselborn: Platz für eine neue Sporthalle und ein Hochhaus(?)

„Tausche Sporthalle gegen Hochhaus“. Unter diesem Motto kann wohl am Besten beschrieben werden, was für das Areal zwischen Stadthalle und Bahnschienen – dem „Kesselborn“ – passieren soll. Jahrelang laufen bereits die Überlegungen und Planungen, wie der südliche Bahnhofsvorplatz und die umliegenden Bereiche entwickelt werden sollen. Die ursprünglich als Enter Hub bezeichneten Planungen richteten den Blick dabei zwar nicht direkt auf den Kesselborn, wirkten sich aber in der Verkehrsplanung mit aus.

Für den Kesselborn an sich standen zwei Punkte schon lange fest: Hier soll eine Sporthalle entstehen, die mindestens für Volleyball und Basketball geeignet ist. Und die Errichtung dieser Sporthalle soll am Liebsten nicht die Stadt bezahlen, sondern ein privater Investor, der diese Halle anschließend der Stadt zur Nutzung überlässt. Solch eine Idee muss sich natürlich rechnen. Daher ward auch die Idee geboren, dass auf dem Kesselborn nicht nur die Sporthalle, sondern auch zusätzliche Nutzflächen entstehen, mit denen der Investor seine Ausgaben wieder reinholt.

Seit dem 06. Mai 2021 ist nun klar: Die OSPA wird jener Investor sein, da an jenem Tage der Kaufvertrag für das Grundstück abgeschlossen wurde.

Auch klar ist nun, wie die Fläche innerhalb der nächsten sieben Jahre entwickelt werden soll.

Screenshot aus der öffentlichen Präsentation der OSPA – Gehalten auf der Sitzung des Ortsbeirates Südstadt im Mai 2021.

1. Die Sporthalle wird mit 3.000 Zuschauerplätzen errichtet. Im Erdgeschoss soll es Gastronomie und Gewerbe geben. Die Rostocker Teams vom Basketball, Volleyball und Handball sollen hier dauerhaft ihre Punktspiele abhalten – Für den Basketball sind auch regelmäßige Trainingszeiten vorgesehen. Kosten: Etwa 20 Mio. €.

2. Parallel zu den S-Bahn-Schienen wird ein Parkhaus errichtet. Für dies schreibt die Stadt aktuell 1.000 Stellplätze vor. Dies soll sowohl vom Südring aus, als auch über eine neue Zuwegung neben dem Südausgang des Hauptbahnhofes erreichbar sein. Wie dies im Detail realisiert wird, ist aber noch offen, weil die aktuellen Ideen zur Verkehrsführung noch nicht sehr ausgereift sind.

3. An der „Kante“ des Areals in Richtung Stadthalle werden zwei Verwaltungs- und Bürogebäude errichtet. Eines davon soll bis zu 60 Meter hoch werden. Dies wird das neue Hauptquartier der OSPA. Aktuell prüft diese, ob sie auch Wohnungen in die Gebäude einfügt, oder es bei einer gewerblichen Nutzung bleibt.

Insgesamt sind etwa 140 Mio.€ für den Bau aller Puzzleteile veranschlagt. Zu Erst wird das Parkhaus errichtet, inklusive 300 neuer Fahrradstellplätze. Anschließend kommt die Sporthalle. Zu Letzt dann die Verwaltungsgebäude.

Auf der Mai-Ortsbeiratssitzung betonte die OSPA nochmal sehr deutlich, dass sie die Sporthalle nicht selbst betreiben möchte und der Unterhalt de facto an die Stadt übergehen soll. Diskutiert wurde auch eine mögliche Brücke zwischen dem Kesselborn und der Stadthalle. Denn natürlich würde durch die neuen Park- und Eventangebote die Zahl der Passanten auf der dazwischen liegenden Straße deutlich steigen. Eloquente Antwort der OSPA: Sie müssen die Brücke in ihren Planungen zwar berücksichtigen – Bauen muss aber die Stadt. Was mit Blick auf den vollen Katalog an Bau- und Investitionsmaßnahmen eher unwahrscheinlich ist.

Anmerkung: Aktuell liegt das Protokoll (und damit verbunden die Präsentation) noch nicht öffentlich vor. Daher kann ich euch zu dem Zeitplan der Einzelmaßnahmen noch nichts schreiben. Dies hole ich aber gern nach, wenn mir die Informationen vorliegen 😉


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